Langstreckenschwimmen Wakenitzman 2021

Das Flüsschen Wakenitz verbindet den Ratzeburger See mit der Hansestadt Lübeck und mündet in die Trave. Das 14 KM lange Gewässer war ehemals Grenzfluss und teilte die beiden deutschen Staaten. Jedes Jahr findet im sogenannten „Amazonas des Nordens“ ein Langstreckenschwimmen über 14 KM statt. Frank Haller vom Verein Triathlon Heidekreis hatte bereits an einigen längeren Schwimmwettbewerben im Freiwasser teilgenommen. Trotz der, über einen langen Zeitraum geschlossenen Schwimmbäder sah er sich gut vorbereitet auf die neue Herausforderung.

Sonntags, kurz vor 08:00 Uhr stiegen 50 Einzelstarter sowie zahlreiche 2er und 4er Staffeln ins Wasser. Ein Raunen ging durch die Startgruppe, denn nur 17 Grad Wassertemperatur deuteten auf eine zusätzliche Anstrengung hin. Trotz des Neoprenanzuges sollte es kühl werden. An diesem Tag war durch den Nordwind keinerlei Strömung vorhanden, welche die Schwimmer hätte unterstützen können. Nach dem Start sortierte sich das Feld, jeder Teilnehmer fand seine eigene Geschwindigkeit. Die Langstreckenschwimmer wurden von zahlreichen Kanus begleitet, hier konnte im Vorfeld Verpflegung deponiert werden. Somit wurden die Sportler auch unterwegs versorgt.
Frank Haller fand schnell seinen Schwimmrhythmus und konnte sich gut im vorderen Feld positionieren. Einzig die Kälte machte ihm von Beginn an zu schaffen. Landschaftlich ist das Naturschutzgebiet der Wakenitz sehr schön. Allerdings bot es für die Sportler etwas wenig Abwechslung. Beim Kraulen richtete sich der Blick im Wechsel auf die Wasserpflanzen am Grund und die Sträucher der Uferböschung. Die nicht vorhandene Ablenkung ließen die Gedanken schweifen, mental wurde es zunehmend anstrengend. Zusätzlich spürte Haller, dass die Kälte langsam immer weiter ins Körperinnere vordringen konnte. Die Muskulatur wurde somit schlechter durchblutet, das Schwimmen zehrender und fordernder. Die vier Brücken der Strecke waren die einzigen Anhaltspunkte, Haller hatte sich im Vorfeld ihre Position eingeprägt.
Nach schier endlosem Schwimmen kam endlich die lang ersehnte 4. Brücke ins Blickfeld, von hier waren es nur noch 700 m bis ins Ziel. Nach 03:42:32 Std. durchschwamm Haller den Zielbogen als 18. des Gesamtfeldes. Etwas unterkühlt und entkräftet überwog die Freude, die Strecke unter diesen Bedingungen gemeistert zu haben.

 

 

 

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